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Abbruch des Mandarin Oriental in Miami und der Aufstieg von Branded Residences
Die kontrollierte Sprengung einer Vorzeigeimmobilie in Miami signalisiert einen tiefgreifenden Wandel in der Luxusimmobilienentwicklung. Branded Residences sind heute von zentraler Bedeutung für die wirtschaftliche Machbarkeit und prägen die Bewertung erstklassiger Standorte neu.

Via Hospitality Investor
Anfang April wurde das 23-stöckige Mandarin Oriental auf Miamis Brickell Key, ein fester Bestandteil des US-Portfolios der Marke, durch eine kontrollierte Sprengung abgerissen. Diese Maßnahme ist keineswegs ein Zeichen des Rückzugs, sondern kündigt ein umfangreiches Sanierungsprojekt an, das sich stark auf Branded Residences konzentriert, ein wachsender Trend, der im gesamten Luxushospitality-Sektor zu beobachten ist. Das neue Konzept, das 2030 abgeschlossen sein soll, umfasst einen Zwei-Turm-Komplex mit einem neu gestalteten Mandarin Oriental Hotel und zahlreichen Privatresidenzen.
Ife Taiwo-newman von Hospitality Investor berichtet, dass diese Demolierung, die zunächst als „traurige Nachricht“ erschien, tatsächlich „das Gegenteil“ ist, da sie eine Entwicklung ermöglicht, die sich auf „die neue Attraktion: Branded Residences“ konzentriert. Taiwo-newman merkt an, dass die neuen „Residences at Mandarin Oriental, Miami“, entwickelt von Swire Properties, 228 Einheiten in einem 66-stöckigen Südturm umfassen werden. Der 34-stöckige Nordturm ist für das geplante neue nordamerikanische Flaggschiffhotel des Mandarin Oriental vorgesehen, das 121 Zimmer sowie zusätzliche Eigentumswohnungen bieten wird. Frühe Verkaufszahlen deuten auf eine robuste Nachfrage hin: Über die Hälfte der Einheiten im Südturm ist bereits verkauft, was 1,2 Milliarden US-Dollar einbrachte, darunter zwei Penthäuser, die Berichten zufolge jeweils fast 50 Millionen US-Dollar erzielten.
Laut Ife Taiwo-newman ist dieses Beispiel aus Miami kein Einzelfall. Sie verweisen auf Dallas, wo das historische Hôtel St. Germain durch The Montclaire Hotel & Residences ersetzt werden soll, einen 250 Millionen US-Dollar teuren Mischnutzungsturm. Dieser Neubau wird Hotelzimmer, Residenzen, ein Spa und Gastronomieeinrichtungen kombinieren. Taiwo-newman argumentiert, dass solche Projekte einen breiteren Trend unterstreichen, bei dem erstklassige Hotelanlagen hinsichtlich ihrer optimalen Nutzung neu bewertet werden, wobei Branded Residences als zentraler Punkt dieser Neuausrichtung hervorgehen. Die Logik, so behaupten sie, beinhaltet die Erhöhung der Dichte, die Einführung von Wohninventar für eine „frühe Monetarisierung“ und die anschließende Integration von Hoteldienstleistungen zur Steigerung des Gesamtwerts, wobei Wohnungsverkäufe effektiv zur Sicherung von Startkapital genutzt werden.
Diese Strategie, so erklärt Ife Taiwo-newman, wird von Branchenführern geteilt. Marriott International CEO Anthony Capuano erklärte öffentlich: „Es ist wirklich schwer, insbesondere im Inland, einen Luxusdeal ohne zumindest eine kleine Wohnkomponente zu kalkulieren.“ Taiwo-newman hebt auch hervor, dass Entwickler Vorauszahlungen für Wohnungen nutzen, um Projekte zu entschärfen, wobei große Gruppen wie Accor, Hilton und Four Seasons Hotels and Resorts ihre Wohnungs-Pipelines aktiv erweitern. Accor-CEO Sébastien Bazin, so berichtet Taiwo-newman, hat diesen Wandel deutlich gemacht und gesagt, die Gruppe „entferne sich davon, nur auf Hotels fixiert zu sein“, indem sie ihr Lifestyle- und Wohnangebot erweitert.
Was dies signalisiert: Die zunehmende Verbreitung von Branded Residences verändert grundlegend das historische Modell der Luxus-Hotellerie. Wo Hotels einst die höchste Nutzung für erstklassige Immobilien darstellten, dienen sie heute oft als Anker und Annehmlichkeitsebene, die einer ökonomisch getriebenen Wohnkomponente Prestige und Serviceinfrastruktur verleihen. Dies ermöglicht eine frühere Kapitalzufuhr und diversifizierte Einnahmequellen, was im heutigen Umfeld hoher Entwicklungskosten besonders attraktiv ist.
Unsere Einschätzung: Wir beobachten diese Entwicklung schon seit einiger Zeit. Der Wandel deutet auf eine symbiotischere Beziehung zwischen Hotelbetrieb und Privateigentum hin, die anspruchsvollen Käufern „schlüsselfertige, betreute Wohnumgebungen“ bietet, die die Flexibilität eines Privathauses mit den umfassenden Annehmlichkeiten eines Fünf-Sterne-Hotels verbinden. Dieser zwar kommerziell kluge Ansatz stellt auch eine Herausforderung und Chance für Marken dar: die unverwechselbare Identität und das Service-Ethos des Hotels zu bewahren, während eine größere, oft dauerhaftere Wohngemeinschaft integriert wird. Man hofft, dass das neue Mandarin Oriental, Miami, immer noch jene charakteristische Fusion aus subtilen asiatischen Designelementen, maßgeschneiderten Wellness-Reisen und kulinarischer Exzellenz bieten wird, für die die Marke weltweit geschätzt wird.
Source : Hospitality Investor
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